Im Wald da ist es schön …

Von meiner heutigen Tour ist eigentlich kaum mehr zu berichten, als das sie verregnet war und ich nicht nur vor dem Regen sondern auch vor den Gewittern auf der Flucht war und mir zum Ende das rechte Knie mal wieder weh tat.

Ich startete wie so oft an einem Freitag von der Bürotür und wählte den kürzesten Weg in den nahegelegenen Stadtwald und von da ging es immer weiter Richtung Süd bis Südwest. Allerdings vernahm ich schon nach wenigen Minuten heftiges Donnergrollen, die Temperatur fiel rapide, immer Tropfen fielen durch das schon dichte Blätterdach und ich überlegte, wie ich dem am besten entgehen könnte.

So spurte ich mir einen Weg direkter nach Süden (die Gewitter sollten westwärts ziehen), statt wie zwischenzeitlich überlegt, am Nonnenfließ entlang zu fahren und andere Umwege einzulegen. Dadurch kam ich auch durch eine lange nicht besuchte Ecke der Barnimer Heide und sah am Brennengraben diese recht neu angelegte raue Rampe. Oberhalb wird der Graben in diesem Bereich auf größerer Strecke aufgestaut, eventuell ersetzt die raue Rampe ein altes Staubauwerk, genau weiß ich dies jedoch nicht.

Viel passierte auf dem weiteren Weg eigentlich nicht mehr. Ich fuhr immer wieder mal im leichten Regen durch den Wald, hörte Donnergrollen, überlegte, ob ich nicht doch lieber zum nächsten Bahnhof fahren sollte, saute mich untenrum ordentlich ein, ließ mich vom Rückenwind schieben, wunderte mich über den entgegenkommenden Rennradfahrer, der verbissen gegen den Wind kämpfte und dem wohl nicht klar war, daß er gleich ganz naß werden würde und war dann plötzlich in Albrechtshof und hatte den Regen ab hier abgeschüttelt. Das Gewitterband zog nach Westen weiter, hinter mir war es finster und grummelte, vor mir waren aber sogar kleine Fetzen blau am Himmel zu erkennen.

Zu dem Titel kam die heutige Geschichte südlich von Schönholz. Hier fuhr ich auch einen Weg, den ich lange nicht benutzt hatte. Zuerst quälte ich mich durch eine dicke Schicht von nur oberflächlich feuchtem Sandstaub und kam schließlich in dieses Waldstück, bei dem ich anhalten mußte und einen Rundumblick wagte und fotografierte. Im Wald da ist es schön …

Ursache für den Titelgedanken war der Blick nach Osten, und auch die anderen Seiten sahen nicht viel besser aus. Aber so muß ein Wald wohl aussehen, bei dem vor vielleicht 2 Jahrzehnten auf einer Kahlschlagsfläche Kiefern in Reih und Glied gepflanzt wurden. Etwas weiter östlich hätte ich dem oberen Abschnitt des Nonnenfließ folgen können, aber ich wollte ja nicht.

Die beiden letzten Tagesbilder stammen aus Berlin-Pankow, wo ich einmal die andere Brücke über die A114 nutzen wollte (die von der Burgwallstraße abgeht) und mich zum Abschluß wieder über dieses schöne Umleitungsschild für den Berlin-Usedom-Radweg freute.

Sieben Seen sehen

Das Motto der heutigen Heimfahrttour hätte ‘Sieben Seen sehen’ lauten können, das mit den 7 Seen ergab sich aber erst im Lauf der Tour und so ging es wie immer mottofrei durch die Mark.

Fest stand zu Beginn nur, dass wir eine komplett andere Route für die ersten Kilometer wählen wollten, als bei den letzten Heimfahrttouren und so richteten wir unsere Vorderräder zunächst in Richtung Westen, auch um schneller voran zu kommen.

Eine erste Auflockerung kam aber schon nach wenigen Kilometern, als wir zu dem See oder Teich am Bahndamm der Berlin-Stettiner Eisenbahn abbogen, von dem ich keinen Namen kenne, den ich hier aber der Einfachheit halber, Schwärzeteich nennen will.

Der See oder Teich soll der Legende nach seine Entstehung einer vom Bahndamm gestürzten Dampflok verdanken, ob da was dran ist?

Mit gutem Schwung geht es zu diesem Teich hinunter ins Schwärzetal, durch den Bruchwaldbereich an der Einmündung der Schwärze hindurch und anschließend über eine kleine Steigung über Kopfsteinpflaster aus dem Schwärzetal wieder hinaus.

Eine direktere Route ins große B würde oben angekommen weiter nach SSW führen, aber wir halten uns mehr rechts und umrunden dabei den Schwärzesee. Von diesem ist zwar nur wenig zu sehen, aber wir wissen, dass er da ist und können somit auch den zweiten See abhaken.

Mit dem dritten geht es uns ähnlich, denn den Samithsee passieren wir auf der Nordseite und hier ist der Bruchwald zu sehen und später das weite Tal der Finow. Der See selber ist aber von Norden auf unserem Weg nur zu erahnen.

Beim Buckowsee wird daher beschlossen, diesen zu umrunden. Was mich dazu veranlasst, etwas am Gashahn zu drehen und meinem Begleiter etwas wie: ‘wird das hier ein Rennen?’ von den Lippen zwängt.

Der nächste See für unsere Statistik wird dann der Strehlesee bei Prenden. Denn Bauernsee und Mittelprendener See sind dann doch zu weit entfernt, als dass sie zählen würden. Den Strehlesee passieren wir entgegen dem Uhrzeigersinn. Die andere Route ist fahrerisch zwar etwas interessanter, aber wenigstens ein mal im Jahr muss auch die hier sein und was interessantes zu sehen, gibt es trotzdem meist.

Zu sehen gab es heute z.B. dieses Haus, das wohl schon eine Weile auf einen Käufer wartet.

Hinterm Strehlesee wird es etwas hügeliger und auch sandiger und so wird das Herz-Kreislauf-System und auch der Bewegungsapparat ordentlich gefordert. Am Ende sind wir dann aber irgendwie durch und froh, nach Ützdorf abzufahren. Hier gilt es die Jogger nicht um- und auf dem Asphaltband weiterzufahren.

Auch der Liepnitzsee wird gegen der Uhr teilumrundet und auch hier nehmen wir den einfachen asphaltierten Weg. Irgendetwas muss mit den Uferwegen sein, denn so oft ich hier auch entlang fahre, so selten habe ich Lust die Uferwege zu fahren.

Hinter Basdorf wieder etwas Neuland für uns. Zuerst kurz am Bahnhof über die Gleise und dann etwas weiter rechts als sonst fahrend, kommen wir zum Tegeler Fließ und damit zum Mühlenteich und von hier weiter zum Mühlenbecker See.

Der gesamte Bereich ist ein einziger Fahrgenuss und dazu auch noch unter architektonischen Gesichtspunkten interessant.

Hier war es kurz vorbei mit dem Fahren, es galt ein Paar Meter zu schieben und eine morastige Stelle zu überwinden.

Damit ist dann aber auch Mühlenbeck erreicht und der Wald hat ein Ende.

Wir hätten von hier noch etwas den Mauerradweg entlangspielen können oder auch einen Abstecher nach Lübars unternehmen. Da es aber schon wieder spät geworden war, entscheiden wir uns für den direktesten Weg und fahren die B96 bis nach Pankow hinein. Vielleicht keine Traumstrecke, aber der Verkehr war heute noch sehr erträglich.

Wer genau mitgezählt hat, wird sich vielleicht wundern, wie ich nun auf sieben gekommen bin. Aber 7 sieht irgendwie besser aus und eigentlich waren zwei ja auch Teiche und damit nur halbe Seen, sechs plus 2 halbe macht auch sieben, also ‘Sieben Seen sehen’.

Von den Nonnen über das Hell Fließ zum Gorin

Heute gab es nach der Arbeit eine kleine Tour auf breiten Reifen über Wald und Wiesen. Das Wetter zeigte sich entgegen den Ankündigen überaus freundlich. Die Sonne schien zwar nicht, aber es waren wieder um 10°C und es war trocken. Von Eberswalde starten wir zunächst Richtung Schwärze und folgen dieser bis Spechthausen.

Nach dieser kleinen Aufwärmstrecke finden wir hinter Spechthausen eine kleine Anhöhe, an der uns richtig warm wird und anschließend sind wir locker genug, uns dem Nonnenfließ zu widmen. Wie fast immer stelle ich auch heute fest, daß dies ein herrlicher Flecken Erde ist und wir genießen die leicht geschwungen Wege, daß beständige Aufwärtsfahren und die im trockenen Laub raschelnden Reifen.


(Oberlauf des Nonnenfließ)

Nach gut 10 Kilometern Fahrtstrecke haben wir unseren heutigen Abschiedspunkt gefunden, verlassen das Tal und fahren westwärts nach Schönholz und schließlich Melchow. Die Wege hier sind vor allem konditionell eine Herausforderung. Schwere Forsttechnik hat die Oberflächen durchgeknetet und jede Kurbelumdrehung kostet Kraft.

Bis Biesenthal fahren wir parallel zur Berlin-Stettiner-Eisenbahn. Auch hier ist hartes Arbeiten angesagt und so finden wir, daß wir uns ein Stück Kuchen bei der Bäckerei Franke verdient haben. Die leckere Eierschecke ist heute nicht im Angebot, aber ein Stück Käsekuchen ist ein fast gleichwertiger Ersatz.

Weiter geht es nach Südwesten in den Wald, wo ich mich bei der Navigation etwas schwer tue. An einer Stelle, wo wir eigentlich geradeaus fahren müßten, liegen größere Menge Holz kreuz und quer und außerdem geht nach links ein Weg ab, so daß ich denke, das müßte die richtige Richtung sein. Aber weit gefehlt, die Richtung stimmte überhaupt nicht, was wir aber leider erst spät bemerkten.

Versuche, die geplante Strecke über Querwege zu erreichen, scheiterten letztendlich, da diese zwar auf der Karte, nicht aber in der Realität vorhanden waren. UNd so legten wir die letzten Meter per Pedes zurück, ehe wir auch der Strecke zurück waren.

Die nächsten Kilometer folgen wir einem kleinen Wasserlauf. Ducken uns unter den umgestürzten Bäumen hindurch oder nehmen das Bike unter den Arm, wenn es auf den Stollen nicht mehr weitergeht. Meist rollt es aber perfekt.

Doch schließlich hat der Weg wieder einmal durch umgestürztes Holz ein Ende und wir klemmen uns erneut die Bikes unter den Arm, um eine parallel verlaufende Ersatzstrecke zu erreichen.

Wasserläufe verbinden oftmals offene Gewässerflächen und so auch bei uns. Nachdem wir noch ein Paar Meter am kleinen Fließ entlang gefahren waren, kommen wir an einen langgestreckten tief im Wald versteckten See, der uns mit einem perfekten Uferweg erfreut. Für ein Paar Kilometer können wir diesem folgen, ehe mit Lanke der nächste Ort erreicht ist.

Aber auch hier geht es gleich an einem kleinen See entlang und anschließend in den Wald hinein. Etwas auf und ab und Ützdorf ist erreicht.

Ab Ützdorf nehmen wir den einfachen asphaltierten Weg, weil wir etwas schneller voran kommen wollen. Der Liepnitzsee wird zur Hälfte umrundet und anschließend die Straße nach Wandlitz überquert. Hier merken wir, wie spät es inzwischen geworden ist und beschließen, den Weg etwas zu verkürzen und direkt ohne weitere Umwege ins große B zu fahren.

Dazu bietet sich ein bald nach links abbiegender Waldweg an. Dieser beginnt zunächst als Plattenweg, wird dann zur Rennpiste und schließlich zum Pfad. Unser Tempo steigt, was aber nervt ist dieses metallische Gerassel in meinem Antrieb und so nutze ich eine kurze Orientierungspause, um ihn nachzuschmieren. Weiter geht der Ritt nach Süden, der Gorinsee wird östlich passiert und wir kommen in die Hobrechtsfelder Rieselfelder.

Von hier ist es nicht mehr weit und so geben wir noch einmal Gas und rollen zügig durch bis in die Hauptstadt. Am Ende waren das ca. 60 Kilometer, die den Arbeitswochenabschluß perfekt machten.

Die Wolken fressen die Sonne auf

Der Morgen beginnt mit blauem Himmel und ich freue mich auf eine Fahrt in den sonnigen Morgen. Aber schon nach wenigen Kilometern, als ich gerade die A114 überquere, sehe ich, wie die Wolken sich schnell auf die Sonne zu schieben und sie verschlingen wollen.

Als ich dann auf der Höhe von Karow bin, ist es so weit. Die Wolken schnappen kurz zu und kurz darauf ist die Sonne verschwunden und es scheint kälter zu werden.

Es folgen einige Kilometer unter einer festen Wolkendecke, ab Ladeburg kommen aber kleine Lücken und ab Lobethal beginnt der Kampf zwischen Sonne und Wolken. Der dauert noch etwas an und so habe ich Zeit ‘the brave’ eine kleine Ruhepause zu gönnen und mich über die frisch geholzten Bereiche kurz hinter der Langerönner Mühle zu wundern.

In Biesenthal hat die Sonne dann aber endgültig gewonnen und ich freue mich über den Schatten, den sie wirft. Im Vergleich zu meiner letzten Fahrt ist er allerdings schon wesentlich kürzer geworden.

In der Nähe des Schwärzesees muß ich rechts abbiegen und habe ab jetzt die Sonne von vorn. Und immer, wenn der Wegverlauf günstig ist, ergießt sich ein gleißender Lichtschein auf mich.

Nach knapp 2 Stunden bin ich im Büro eingetrudelt und kann es jetzt eigentlich schon kaum erwarten, zurück zu fahren. Denn für die Rückfahrt möchte ich einen der schönsten Bereich südlich von Eberswalde durchfahren und hoffe, das Wetter spielt mit.

Und es spielt, auch am Nachmittag scheint die Sonne und nur vereinzelte Wolken dunkeln sie ab. So fahre ich über kleine Wege entlang der Wasserläufe und freue mich über die Mäander, die diese gebildet haben.

Bei Klobbicke bin ich allerdings irritiert frisch eingeschlagenes Holz vorzufinden und bin auch vom Anblick des ausgeholzten Bereichs nicht so begeistert. Zudem haben die Forstfahrzeuge den Weg gut umgewühlt.

Bis Gratze geht es weiter über umgewühlte Wege und dann auf Asphalt durch die Ödnis von Thaerfelde. Ich bin jedes mal erneut erstaunt, wie öde der Barnim doch aussehen kann.

Bis hier hat die Sonne gut mitgespielt, aber als ich bei Lindenberg wieder einmal die Autobahn überqueren möchte, ziehen die Wolken schnell in Richtung Sonne und verschlucken sie. Für heute haben sie also gewonnen.

Eisiger Morgen

Es war ein sehr klarer und in der Hauptstadt mit -2°C nur mäßig kalter Morgen und so beschloß ich, heute wieder einmal den Weg zu Arbeit auf dem Bike zurückzulegen. Meine Fahrt begann noch in der Dunkelheit und ich nutzte den Chinastrahler, um mir den Weg durch den beginnenden Morgen zu bahnen. Langsam wurde es heller, aber erst hinter Bernau kam die Sonne über den Horizont. Die Luft war zu dem Zeitpunkt so klar, daß es kein Morgenrot gab. Die Sonne hing einfach als glühender Ball am tiefblauen Firmament.

Über die Verbindungsstraße zwischen Ladeburg und Lobetal rolle ich weiter nach Norden und habe den Eindruck, als würde es immer kälter.

Und auf dem weiteren Weg Richtung Biesenthal merke ich, wie zunächst meine Hände beginnen taub zu werden, die Kälte dann aber auch meine Oberschenkel und Arme angreift und meine Füße sind eigentlich schon nicht mehr dran. -2°C fühlen sich irgendwie anders an. Da die Sonne aber weiter scheint und dabei allmählich immer höher steigt, sage ich mir zur Beruhigung, daß es gleich wieder wärmer werden wird.

Biesenthal ist erreicht und hier scheint es wirklich wärmer zu sein. Oder liegt es daran, daß es nach Biesenthal über eine kleine Steigung hinein geht und mir die Sonne anschließend ins Gesicht scheint?

Kurz nach Verlassen des Ortes komme ich wieder in den Wald und die Kälte scheint größer als zuvor. Es gibt keine beständig wärmenden Sonnenstrahlen mehr. Die Bäume beschatten den Weg komplett und nur ab und zu lassen sie ein Paar Strahlen der Sonne hindurch.

Mich beruhigt jetzt nur noch, daß es nicht mehr weit ist und ich auch ohne die wärmende Sonne das Ziel erreichen werde. Kurz nach 8.00 Uhr ist es so weit, nach knapp 2 Stunden habe ich das Büro erreicht.

Am Nachmittag scheint die Sonne noch immer von einem strahlend blauen Himmel herab und so will ich heute zum zweiten mal in diesem Jahr auch den Heimweg wieder mit dem Rad antreten. Im Gegensatz zum letzten mal, als mir nur die massive Zufuhr von Kalorien in Form einer Streußelschnecke nach gut zwei Drittel der Strecke die Weiterfahrt ermöglichte, habe ich aber heute etwas besser auf meine Ernährung geachtet und für Mittags ein Paar Stullen mehr geschmiert und auch kurz vor dem Start noch etwas gegessen.

Meine Route wähle ich heute so, daß ich bis Melchow in der Nähe der Bahn bleibe, dabei zunächst die Schwärze überquere, dann an der ehemaligen Blockstelle Wildtränke bis an die Gleise komme und schließlich in Melchow über die Finower Straße in den Ort fahre und ihn am Friedhof entlang verlasse. Dabei treffe ich hinter dem Ortskern auf eine Weide mit kleinen Lämmern. Für Osterlämmer sind die aber dochnoch etwas früh?

Richtung Biesenthal fahre ich weiter entlang der Bahn und bin etwas erstaunt über den doch sehr dichten Zugverkehr. War jetzt nicht irgendwann Streik?

In Biesenthal wechsle ich am Bahnhof die Seite der Bahnlinie und fahre jetzt auf der westlichen Seite entlang, komme schließlich auf einen Feldweg, wie er für Brandenburg nicht untypisch ist. Der festgefahrene Sand bietet eine gute Unterlage, bei längerer Trockenheit könnte er aber zur Qual werden.

Weiter geht es Richtung Danewitz und dann aber gleich scharf rechts auf die Verbindungsstraße Richtung Biesenthal, wo vor ein Paar Jahren ein Regionalkrieg um die Sanierung der Straße und insbesondere das Fällen der Bäume stattfand. Die Baumschützer haben gewonnen, vorläufig zumindest und so kann ich diese Allee genießen.

Kurz darauf komme ich auf eine Kirsch-Allee, die wohl eher zuwachsen wird, als das irgendwer meint sie ausbauen zu müssen. Auch schön, denn sonst wäre dies nicht eine so angenehme Strecke bis zum nächsten Waldstück.

Über Albrechtshof erreiche ich dann Bernau, muß an der Bahnschranke nicht warten, obwohl gerade ein Zug kommt, da ich den Weg rund um den Teufelspfuhl wähle und so zügig und ohne viel Autoverkehr auf den Pankeradweg gelange.

Die Sonne beginnt allmählich zu versinken und so steuere ich an der A11 durch den Lichttunnel. Der weitere Weg versinkt danach bald im Dunkel und als ich zu Hause ankomme ist es finster.

Die Tour war auch eine der ersten längeren, auf denen ich meine neue Photopocket genutzt habe. Passend nach meinem Entwurf aus einer alten Segelhose extra für mich genäht, hat sie wieder einmal gut ihren Dienst verrichtet und ermöglicht mir vor allem, die Kamera immer zur Hand zu haben.

(Temperaturupdate: auf der Arbeit sagten mir die Kolleginnen, daß es heute morgen ca. -8°C kalt war – so hat sich das auch angefühlt!)

Besuch bei der Berliner Fahrrad Schau

Das bot nur Yeti - alle Teil-Rohre des Hinterbaus wurden aus nur einem Rohr gebogen.

Mühlenbecker See

Zwischenzeitlich konnte sich bei uns der Gedanke aufdrängen, daß der Winter inzwischen vorüber ist und die Temperaturen nur noch nach oben gehen. Aber pünktlich zur zweiten Februarhälfte sackten die Temperaturen wieder in den Keller und heute morgen fielen sogar ein Paar Krümel Schnee und machten es noch deutlicher, daß der Winter noch nicht vorbei ist.

Für mich aber kein Grund, von meinem Vorhaben das nördliche Berliner Umland zu erkunden, abzulassen. Vielmehr hatte ich Freude an der kalten klaren Luft und der Frost garantierte feste Wege.

Von Pankow geht es entlang der gnadenlos begradigten Panke nach Norden und dann hinein zwischen die Karower Teiche. Die Autobahn unterquere ich heute einmal am Wasser entlang.

Der Berliner Ring soll in den nächsten Jahren auch in diesem Bereich auf 6 Spuren verbreitert werden und dadurch ist es unklar, wie lange es diese Möglichkeit der A10-Querung noch geben wird.

Weiter geht es zu den Bucher Teichen und dem Bogensee, wo ich den Weg dicht am Wasser wähle, der aber das eine oder andere Hindernis enthält.

Am Seegraben entlang geht es dann in die Hobrechtsfelder Rieselfelder und schnell weiter bis zum Gorinsee. Diesen umquere ich ähnlich wie 4 Wochen zuvor und stoße wie auch damals auf die Heidekrautbahn, allerdings etwas weiter nördlich.

Aber auch heute ist es so, daß gleich ein Zug kommen soll und so warte ich den Augenblick und schieße meine Zugfotos.

Ab jetzt beginnt für mich aber Neuland und ich frage mich wieder einmal, warum ich nicht schon früher etwas weiter westlich gefahren bin. Denn den Weg von Basdorf nach Mühlenbeck hatte ich oft im Programm, bisher aber nie einen Abzweig zum Mühlenbecker See und seiner Umgebung.

Schon kurz nach dem queren der Heidekrautbahn komme ich von der Kiefernsteppe in Buchenwald und kurz darauf geht es hinab zum Mühlenteich.

Am Mühlenteich stoße ich gleich auf das verlassene Schloß Dammsmühle und dem Tegeler Fließ folgend und dabei kleine Brücken querend komme ich schnell an das Ostende des Mühlenbecker Sees.

Am Mühlenbecker See fahre ich immer in der Nähe des Südufers, muß öfter jedoch absteigen, da kleinere Tragepassagen zu überwinden sind.

Dann komme ich allerdings an eine Stelle, bei der mich die openstreetmap, mit deren Hifle ich die Tour geplant hatte, in eine Sackgasse führte. Zumindest heute ist dieser Abschnitt nicht trockenen Fußes zu überwinden. Die Brücke, die laut OSM auf dem ‘Rundwanderweg Mühlenbecker See’ zu finden sein sollte, war einfach nicht da. Statt dessen finde ich eine breitere Wasserfläche, in die einzelne Stämme gelegt wurden und kehre um.

Nachdem ich das Südende des Mühlenbecker Sees gefunden und das Tegeler Fließ überwunden hatte, geht es weiter Richtung Summt. Den Summter See umrunde ich am Nordufer, fahre dann weiter um Summt herum und lande schließlich wieder in einer Kiefernsteppe.

Etwas verwirrt war ich dann, als ich kurz nach der Querung der A10 quasi mitten im Wald auf dieses Transparent stieß, aber warum nicht hier protestieren, vielleicht kommt ja irgendwann irgendwer vorbei und unterstützt das ganze.

Langsam wird es dann Zeit, den Rückweg konsequenter anzugehen und so wende ich mich gen Mühlenbeck. Aber diese Entscheidung saugt mir die Kraft. Der Waldabschnitt scheint verseucht von Reitern zu sein, kein Weg der rollt, überall Hufspuren auf den Wegen, nichts mit entspanntem Rollen.

Und bei Mühlenbeck überlege ich, ob es nicht Mühlenberg heißen müßte. Ehe ich den Ort erreiche, muß ich zunächst einen zähen Anstieg erklimmen, kann die letzten Meter dann aber doch rollen.

Ab jetzt ist auch das Terrain wieder bekannter. Es geht an der Deponie Arkenberge entlang, weiter durch Blankenfelde und auf den Mauerradweg. Das Gelände von Stadler Pankow wird umrundet und schließlich komme ich in die Schönholzer Heide.

Und ab hier fährt das Pferdchen schon fast alleine durch den Bürgerpark und weiter in der Nähe der Panke bis vor unsere Haustür.

Fahrt mit Freunden

Sehr oft klappt es bei mir nicht, daß ich die Chance habe, eine Fahrt mit Freunden zu unternehmen und so freute ich mich, daß es an diesem Sonnabend endlich mal wieder klappen sollte, auch wenn ich nicht die gesamte Tour mit ihnen zusammen fahren konnte. Die Fahrt begann am Antonplatz in Berlin Weißensee und von da führte uns Boerge auf verschlungenen Pfaden durch die Siedlungsstrukturen und streifte dabei wohl jeden Tümpel, Pfuhl oder See des Berliner Nordostens.

Nach ungefähr 15 Kilometern hatten wir wieder mir sehr vertrautes Terrain erreicht und fuhren endlich aus der Stadt heraus, die Hobrechtsfelder Rieselfelder wurden zügig durchquert und schnell erreichten wir den Gorinsee und hier trennten sich unsere Wege leider auch schon wieder. Aber vielleicht muß ich auch sagen, zum Glück, denn die Wege wurden ab dem Gorinsee plötzlich eisig und die ersten Stürze ereigneten sich.

Während die Kameraden weiter nach Norden strebten, richtete ich mein Vorderrad nach Westen. Ich umrunde den Gorinsee und komme über teilweise vereiste Pfade in der Nähe von Schönwalde an die B109.

Die B109 wird nur kurz nach Süden genutzt, dann geht es weiter nach Westen durch den Wald und ich erreiche nördlich von Schönwalde die Heidekrautbahn, an der auch prompt ein Zug kommt, den ich ablichte, auch um mir eine kleine Pause zu gönnen.


(VT 736 der Niederbarnimer Eisenbahn als NB27 nördlich von Schönwalde / Barnim, rechts der Abzweig der Stammstrecke nach Berlin Wilhelmsruh)


(VT 736 der Niederbarnimer Eisenbahn als NB27 nördlich von Schönwalde / Barnim, rechts der Abzweig der Stammstrecke nach Berlin Wilhelmsruh, rechts ist der Abzweig der Stammstrecke der Niederbarnimer Eisenbahn Richtung Berlin Wilhelmsruh zu erkennen.)

Von hier fahre ich teilweise auf der Straße Richtung Mühlenbeck und merke, wie allmählich die Kraft aus meinen Beinen verschwindet. An der Deponie Arkenberge muß ich nochmal eine letzte Steigung erklimmen und wundere mich, warum es mir immer gerade hier so schwer fällt, hinauf zu fahren. So steil wirkt dieses Ende doch garnicht.

Der restliche Weg führt auf mehrfach gefahrenen Strecken und durch den leichten Gegenwind ziehen sich die 10 Kilometer fast wie Gummi. Am Ende waren es dann ca. 50 Kilometer für meine erste 2011er Tour und ich bin nach knapp 3 Stunden wieder zu Hause.