Nach …

Nach drei Kilometern fand ich, es läuft ziemlich gut …
nach sechs Kilometern dachte ich, oh das holpert aber ganz schön …
nach zehn Kilometern merkte ich zum ersten mal ein Knie … das rechte
nach sechzechn Kilometern fand ich, daß wir doch in einer ganz schön bergigen Gegend wohnen …
nach achtundzwanzig Kilometern ging irgendwie die Sonne kreisrund und etwas rot Richtung Horizont, ihr fehlte aber die Kraft eines sommerlichen Abends …
nach dreißig Kilometern reichte es mir, und ich wäre froh, schon da zu sein … und warf ein zwei Stullen ein …
nach fünfundreißig Kilometern dachte ich, mein linkes Knie explodiert gleich … das rechte war wieder halbwegs unauffällig …

und nach dreiundvierzig Kilometern war ich da … und froh vor knapp zwei Stunden losgefahren zu sein!

Spaß im Grunewald

2014-08-17 17.18.42

Ich pflege ganz gerne das Vorurteil, daß man in der großen Stadt nicht vernünftig biken kann. Genauso gerne lasse ich mich aber auch vom Gegenteil überzeugen und so nahm ich heute die Einladung zu einer kleinen Runde durch den Grunewald sehr gerne an.

Mein Bekannter wohnt nur wenige Minuten vom Auerbachtunnel entfernt und so ist die Anreise sehr schnell erledigt. Danach geht es meist im Zickzack nach Süden, dann über den Havelhöhenweg oberhalb des Wannsees und schließlich sehr geradlinig zurück zum Auerbachtunnel.

Die Runde war abwechslungsreich und kurz und teilweise knackig, dabei rollte es zwischendurch auch ganz gut und zum Ende stellte sich bei mir sogar noch ein leichter Flow ein. So soll es sein und so macht es Spaß und es ist wohl Zeit, mein Vorurteil endlich mal über zu Bord werfen.

Fahrt unter den Sternen

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Wie durch einen Zufall kam ich in diesem Jahr dochnoch zu einer kleinen MTB-Tour. Am Morgen erreichte mich eine e-mail mit der knappen Frage:

„Lust heute abend auf eine drei Stunden runde? 21 Uhr?“

Und ja, ich hatte Lust. Bei mir hatte es in diesem Jahr schon so oft nicht geklappt, aber heute am vorletzten Tag des Jahres paßte es dann zum Glück.

Also zunächst alle Lampenakkus ans Netz gesteckt und Ausrüstung zusammen gesucht. Und als die verabredete Stunde näher kam, wurde ich schon etwas nervös, ob denn auch alles klappen würde und ob ich bis zum Ende durchhalte.

Die Bedingungen waren für Ende Dezember recht günstig. Nachdem es die letzten Tage immer wieder geregnet hatte und auch bedeckt war, schien heute schon den gesamten Tag die Sonne und die Nacht brachte uns sternenklaren Himmel. Die Temperatur war auf ca. 0°C gefallen. Der Untergrund war mal richtig modderig, oft gab es auch eine dünne gefrorene Bodenkruste, die unter unseren Reifen zerbrach.

Die Tour ging durch weitgehend bekanntes Terrain. Es gab auch Abschnitte zum Laufen und einige zum richtig Einmoddern, meist rollte es aber gut. Schließlich landeten wir am Gorinsee, über dem ordentliche Wasserdampfschwaden hingen.

Von hier fuhren wir zügig wieder zurück und ich war erstaunt, wie gut es bei mir doch lief. Erst 5 Kilometer vor unserem Ziel merkte ich, wie die Kraft aus den Schenkeln wich. Leider waren aber auch wieder diese ominösen Schmerzen in der linken Kniekehle da … aber egal. Wir rollten nach gut zweieinhalb Stunden wieder am Startpunkt ein, genossen ein Abschiedsbier und wünschten uns einen guten Rutsch.

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Die Tour ist gleichzeitig auch Anlaß für einen kleinen Rückblick auf das letzte Jahr, daß als eines der bewegungsärmsten in meinem Kalender stehen bleiben wird. Denn zum ersten mal seit mehr als 20 Jahren habe ich weniger als 1.000 Kilometer auf dem Fahrrad zurück gelegt und entspannte Touren nur zum Zweck des Bewegens oder Erkundens / Wiederentdeckens gab es eigentlich nur 2 und beide waren bereits im ersten Quartal. Und auch mein aktuelles Bastelprojekt hat sich in eine komplette Sackgasse manövriert. Irgendwie war und ist der Wurm drin und ich bin gespannt, wie es im nächsten Jahr weitergeht.

Mit der Sonne Pendeln

Wer diesen Blog schon länger verfolgt, wird gemerkt haben, daß die Berichte in den letzten 2 Jahren generell weniger geworden sind und gleichzeitig auch kaum noch vom Pendeln zwischen Berlin und dem Barnim geschrieben wurde.

Das Radfahren fehlte mir in der letzten Zeit etwas und so war ich froh, daß es sich jetzt so ergab, daß ich in den letzten Tagen 3 mal nacheinander jeweils eine Richtung meiner Pendelstrecke zurücklegen konnte. Ich hatte zunächst Bedenken, daß die Strecke vielleicht doch etwas lang ist und ich die letzten Kilometer nur noch schleppend zurücklegen kann. Am Ende kam ich aber jedes mal gut durch und am dritten Tag hatte ich sogar bis zum Ende auch erstaunlich viel Kraft.

Was mich aber an allen drei Tagen etwas irritierte war die Tatsache, daß der Wetterbericht nie so richtig paßte. Am ersten Morgen hatte ich nach Wetterbericht eigentlich damit gerechnet, daß die Wolken aufreißen und ich der Sonne entgegen fahre. Das passierte allerdings nicht und so gibt es von dieser Fahrt auch keine Bilder.

Am zweiten Morgen passierte genau das Gegenteil. Ich hatte sogar noch überlegt, Regenzeug anzuziehen oder zumindest mitzunehmen. Aber das lies ich zum Glück bleiben. Nachdem ich gegen 5.30 Uhr die Stadtgrenze Richtung Barnim überschritt, riß der Himmel auf und die Wolken verschwanden innerhalb weniger Kilometer komplett und den Rest der Strecke schien die Sonne durch den Nebeldunst von einem blauen Himmel herab.

Am dritten Tag fuhr ich dann am Nachmittag in der Gegenrichtung. Hier begann die Fahrt mit Sonnenschein, aber nachdem ich ca. ein Drittel der Strecke hinter mir hatte, verfinsterte sich der südöstliche Horizont, ich konnte Regen erkennen, der aus der Wolkenfront fiel und ich hörte sogar entferntes Donnergrollen. So richtig hatte ich dieses Wetter nicht auf dem Plan und ich überlegte schon, ob ich nicht zur nächsten S-Bahnstation fahren sollte und so dem ganzen einfach entwische.

Letztendlich entschied ich aber, mein Glück zu versuchen und mich irgendwie durch die Schauergebiete hindurch zu manövrieren. Es klappte nicht komplett, da ich bei Schönow fast durchweichte. Ab da hatte ich die Wolken aber besser im Blick, wartete kurz unter einer Bahnbrücke, fuhr anschließend einen Bogen und kam halbwegs abgetrocknet zu Hause an …

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Nachtfahrten

In dieser Woche hatte ich auf Grund der Verkettung verschiedener Umstände zwei mal die Möglichkeit / Notwendigkeit mit dem Fahrrad zwischen dem Barnim und Berlin zu pendeln. Von der ersten Tour gibt es nicht viel zu berichten, da diese zum einen bei Regen stattfand, zum anderen aber auch durch weitgehend bekanntes Terrain erfolgte.

Die zweit Tour war da schon viel spannender. Es gab zwar auch hier weitgehend bekanntes Terrain, aber die Kombination der einzelnen Regionen gab es bisher noch nicht so häufig und außerdem war das Wetter perfekt. Es war einer dieser milden Frühjuni-Abende, wo es nichts besseres gibt, als so lange wie möglich draußen zu sein und das Licht und die Luft zu genießen.

Zudem gab es neues zu entdecken, da südlich von Prenden eine neue Brücke gebaut war, die so neu war, daß die Absperrbänder noch nicht entfernt waren und das gesamte Bauwerk noch nach frisch bearbeitetem Nadelholz roch.

Kurz darauf folgte noch ein überaus sandiges Stück Waldweg und dann folgte die Fahrt entlang des Liepnitzsees:

Am Ende hatte ich einige kleine Umwege eingebaut, um die Zeit draußen dochnoch etwas zu verlängern, merkte dann aber an meinen Beinen, daß es wohl langsam genug sein sollte und kam nach knapp 3 Stunden zu Hause an.

Wintertour

Endlich kam der Winter ins Land und es gab etwas Zeit, diesen zu nutzen und auch lange nicht befahrenes Terrain nur aus Spaß zu besuchen. Da es allerdings nur der Vormittag zur Verfügung stand, sollte die Tour schon um 7.30 beginnen. Trotz der frühen Stunde fand sich aber doch ein Mitfahrer.

Von Pankow fuhren wir zunächst die bekannten Wege nach Norden bis zu den Karower Teichen. Auf dem Weg dahin ging ich allerdings schon schmerzhaft auf einer zugefrorenen Pfütze zu Boden und es wurde mir bewußt, daß es ja auch eine Rekonvalenzententour werden sollte. In den letzten Wochen hatte ich immer wieder Knieschmerzen am hinteren Bänderapparat, die ich auf Überlastung zurückführte und durch eine locker gefahrene Tour kurieren wollte. Naja, dies ist auf die Art etwas nach hinten losgegangen, weiterrollen konnte ich aber noch und der Spaß blieb angesichts des Wetters komplett erhalten …

Von den Karower Teichen kamen wir immer wieder durch Neuland, lange nicht befahrenes Gebiet oder aus anderen Richtungen auf bekannte Pfade und landeten schließlich am Mühlenbecker See, den wir umrunden und dabei vor allem die Wege auf der Westseite auf ihre MTB-Tauglichkeit bzw. Durchgängigkeit testen wollten. Openstreetmap behauptet ja, daß es dort eine Brücke über einen der Gräben gibt und dadurch ein Rundweg entsteht. Kurz nachdem wir allerdings zu dieser Brücke kamen:

und das Fließ tragend überquerten:

kamen wir immer tiefer ins Bruch und beschlossen, nicht weiter vorzustoßen und lieber eine Alternativroute zu suchen.

Im Sommer wäre der „Weg“ wahrscheinlich in trockenen Jahren gerade noch zu begehen, wohl aber nicht zu befahren.

Nach der Durchquerung der Sumter Randgebiete hatte ich noch kurze Orientierungsschwierigkeiten und führte uns zwei mal in eine Sackgasse. Weiter fuhren wir über Mühlenbeck nach Bergfelde und zum S-Bahnhof Schönfließ, wo wir noch eine S-Bahn abwarten mußten, ehe hinter Schönfließ ein weiteres Highlight der Tour folgte. Der Weg am Fließ entlang ist aber sicher nur bei gefrorenem Boden oder im trockenen Sommer problemlos zu fahren.

Zurück fahren wir von da auf bekannten Wegen und kommen relativ zügig und vor allem pünktlich wieder in Pankow an und haben dabei sogar noch ein Paar Punkte für den Winterpokal gesammelt.

Fahrt hinter die Stadt

Kurz vor dem Ende des Jahres zog es mich in den Wald hinter der großen Stadt. Der Zielort lag so, daß ich die große Stadt zwei mal durchqueren durfte und dabei meist oft befahrene Routen in der nachweihnachtlichen Trägheit erleben konnte.

Auf dem Hinweg kam ich zunächst zum ICC und von da weiter auf den Kronprinzessinnenweg parallel zur Avus. Im Gegensatz zum Sommer und zu Zeiten mit Tageslicht war es heute sehr leer aber nicht einsam, dies nicht nur wegen des neben mir strömenden Autoverkehrs sondern auch wegen einiger weniger Radfahrer im Gegenverkehr.

Mein Ziel lag südöstlich von Potsdam, so daß ich in Wannsee von der B2 Richtung Süden abbog, am Griebnitzsee vorbei und durch Potsdam Babelsberg fuhr und hier auf Neuland traf. Entlang einer Bahnlinie ging es auf schmalem Weg nach Süden weiter und schließlich durch Randgebiete von Langerwisch hinein in den Wald.

Die Rückkehr erfolgte ein Paar Stunden später und erstreckte sich Mitternacht. Und da es schon so finster war und ich keine Lust auf größere Umwege durch unbekannten Wald hatte, entschied ich mich für die Strecke durch Potsdam und dann immer auf der B2 entlang. Dabei kam ich auch über die berühmte Glienicker Brücke.

Dann kam die lange Steigung Richtung Wannsee, auf der ich mich auf dem Arbeitsweg schon das eine oder andere mal gequält hatte. Nach der Abfahrt ist schon Wannsee erreicht und gleich kommt die nächste Steigung. Erstaunlicherweise ist fast schon am Ende der Steigung eine Art doppelter Gipfeltunnel, aber es geht nur darum, die Radfahrer vom Straßenverkehr fern zu halten.

Mitternacht muß schon vorbei sein, als ich Steglitz durchquere. Außer ein Paar Taxis und einigen wenigen Autos sind die jetzt folgenden Unter den Eichen, Schloßstraße, Hauptstraße und dann auch die Potsdamer Straße sehr leer und es wird erst am Potsdamer Platz wird es wieder voller.

In Steglitz verläßt mich auch etwas die Kraft. Inzwischen sind über 80 Tageskilometer zurückgelegt und der Hinweg hatte einiges an Gegenwind zu bieten, der auf dem Rückweg aber nicht in Rückenwind umgemünzt wurde, sondern einfach verschwand …

Am Potsdamer Platz verlasse ich auch die B2 und fahre über die Wilhelmstraße zur Komischen Oper und weiter zum Palast der Republik … bzw. zum Standort des Palast der Republik. Hier bin ich etwas überrascht, ein Gebäude zu sehen. Die HumboldtBox soll wohl den Befürwortern eines Schloßaufbaus bei der Propaganda helfen.

Nach kurzer Betrachtung finde ich das Gebäude recht interessant, wenn auch etwas vorgewölbt und könnte es mir statt eines historisierenden Schloßnachbaus eigentlich ganz gut vorstellen, wobei die freie Palastfläche jetzt auch etwas hat und Ideen, dort ein Schwimmbad oder einen Yachthafen zu bauen einen noch größeren Reiz ausüben.

Die Tour endet nur kurz hinter der Volksbühne, allerdings ist dazu eine letzte Steigung auf den Prenzlauer Berg zu überwinden. Kraft ist eigentlich kaum noch vorhanden, die Oberschenkel fühlen sich absolut leer an und es geht nur zögerlich hinauf. Und als ich oben bin, rolle ich nur noch vor mich hin. Der Blick ist auf die Koje voraus gerichtet und die Uhr zeigt 1:53.