Auf den Spuren der Ahnen

Der grandiose herbst verleitet mich immer wieder zu kurzen ausflügen auf meinem drahtesel. Und wider alle vernunft siegt die freude am fahren über irgendwelche verpflichtungen oder arbeiten, die eigentlich zu erledigen wären.

Diesmal führt mich der After work ride nach osten. Nachdem ich beim letzten mal die steigung in bad freienwalde mit dem bike erkundet habe, willich nun den langen und gefährlich aussehenden anstieg von oderberg richtung norden erklimmen.

Aber bevor ich dort bin, muß ich mich wieder die breite straße in eberswalde hochkämpfen. Und diesmal ist es wirklich ein kampf. Denn im gegensatz zur letzten tour fällt es mir schon an der bruno-H-bürgel-schule schwer das tempo zu halten und ich spüre extrem meine beine beim weiterfahren. Und diesmal spüre ich auch, dass es eigentlich bis zum ende von eberswalde immerweiter bergauf geht!

In hohenfinow kommt dann auch herbstliches neuland auf mich zu. Hier bin ich lange zeit nicht mehr entlang gefahren und genieße den weiten blick ins niederoderbruch und auf das schiffshebewerk. Es ist für mich immer wieder faszinierend, wie sich dieses objekt, dass ja eigentlich ein fremdkörper in der landschaft ist, so perfekt einfügt. Und wie ich das gefühl bekomme -wenn es da nicht stehen würde, fehlt etwas.

Das schiffshebewerk soll in den nächsten jahren einen großen bruder bekommen. Näheres zu den planungen findet sich auf den seiten des wna berlin. Dort gibt es auch verschiedene abbildungen, die eine frontalansichtdarstellen, aber keine, die den blick von hier oben wiedergeben.

Ab liepe beginnt dann die arbeit. Wenn man so die karte betrachtet, erwartet hier niemand so richtige anstiege, schließlich geht die straße ja einfach nur parallel zu einem wasserlauf, der alten Oder bzw. dem Lieper und später dem Oderberger See. Aber nichtsdestotrotz geht es schon in liepe aufwärts und dann am ende des ortes nochmal richtig hoch und wieder runter und immerso weiter.

Die straße schlängelt sich durch die ausläufer des Chorin-joachimsthaler endmoränenbogens, der hier in die oderniederung abstürzt. Ich fahre über den teufelsberg und passiere schließlich den pimpinellenberg, an dem die schichtung der endmoräne richtig zu tage tritt. Und dann liegt oderberg, diese kleine stadt, die ihre enge bebauung fast direkt aus dem mittelalter mitgebracht zu haben scheint, direkt vor mir. Aber zunächst muß ich an der ampel am ortseingang noch kurz warten, hole so aber autos ein, die michbereits in liepe überholt hatten.

In Oderberg wende ich mein bike nach norden. Die straße verläßt hier in zwei stufen das niederoderbruch und schwingt sich von einer höhe knapp über dem meeresspiegel bis auf den kamm des Chorin-joachimsthaler endmoränenbogens, der etwas westlich von neuendorf eine höhe von gut 120m erreicht. In oderberg get es dabei erstmal kurz zur sache, noch im ort steigt die straße an und zieht knapp 30 höhenmeter nach oben. Das fährt sich aber alles relativ entspannt, denn ehe es richtig anstrengend wird, bin ich oben und rolle die 3 km bis neuendorf weiter.

Hinter neuendorf kommt allerdings ein zweiter sprung, der mich bis auf ca. 80m über dem meer führen wird. Diese steigung bin ich bisher nur mit dem auto gefahren und da kam sie mir lang und böse vor und so erwarte ich größere schwierigkeiten. Zunächst geht es aber nur gemächlich bergan, erst weit hinter dem ortsausgang von neuendorf beginnt die richtige steigung.

Die straße macht mit beginn des kleinen wäldchens einen kleinen knick nach oben und verharrt dann so. Allerdings scheint die steigung nicht sooo steil zu sein, denn ich kann mein bisheriges tempo fast halten und drücke das bike mit 25 km/h nach oben. Dann eine kleine linkskurve, die straße geht mit gleichmäßiger steigung weiter nach oben. Ich merke wie jetzt die beine beginnen schwer zu werden, sehe aber gleichzeitig auch das ende des waldes und damit auch das ende der steigung. Eine letzte kraftanstrengung und ich bin oben.

Plötzlich ist wieder der gesamte horizont zu erkennen, vorne links sehe ich den parsteinsee, wie er sich in der landschaft breit macht, rechts die dörfer parstein und parsteinsee. Der parsteinsee ist einer der größten seen brandenburgs und ebenso wie die gesamte landschaft ringsum in der letzten eiszeit entstanden. Vom typ ist er ein zungenbeckensee, weshalb seine ufer und auch der see selbst sehr flach sind.

Bis paarstein kann ich jetzt die straße locker hinab rollen und biege hier nach links, richtung pehlitzwerder / brodowin ab. Vorbei am zeltplatz komme ich fast direkt an das seeufer auf eine straße, die von 20.00 bis 5.00 Uhr gesperrt ist. Die temporäre sperrung ist ein kompromiss. Denn die straße zerschneidet ein feuchtgebiet, daß ein wichtiger laichplatz für alle möglichen reptilien ist. Deshalb ist auch der gesamt straßenverlauf von einem froschzaun eingerahmt.

Zum radfahren ist die straße deshalb aber auch ideal geeignet. Es gibt nur relativ wenig durchgangsverkehr und auch der soll sich an die maximalgeschwindigkeit von ___ ups, das war wohl nur ein traum, denn plötzlich bin ich von einer blechlawine förmlich überrollt worden. Auto an auto donnert über das pflaster, sogar ein 40-tonner und ich zweifel schon daran, ob ich hier wirklich richtig bin?

Aber dann kehrt wieder ruhe ein und ich rolle weiter durch die hügelige endmoränenlandschaft. Nur dieser kleine dusselige autofahrer nervt, dem nichts anderes einfällt, um seinen besitzanspruch an genau diesem stück asphalt zu dokumentieren, als mir aus der herunter gekurbelten seitenscheibe zuzurufen: Ey, da isn radweg! – ja, dann benutze ihn doch einfach!

In brodowin wage ich dann nochmal ein abendteuer. Denn schließlich soll mein bike ja ein „do-what-you-want„-Bike sein. Es gibt eine direkte verbindung vom dorf brodowin zum chloster chorin. Die straße ist gepflastert und führt geradewegs durch den wald, vorbei an feuchtgebieten und unter riesigen buchen hindurch. Hinter brodowin läuft es dann auch erstmal gut, denn neben der gepflasterten straße gibt es noch eine spur mit festgefahrenem sand. Aber schon an der steigung, die mich direkt in den wald führt, hört dieser streifen auf.

Ich muß jetzt mitten auf dem pflaster fahren und komme kaum noch vorwärts. Zum einen ist es relativ steil, zum anderen kann ich aber kaum beschleunigen, da die prall aufgepumpten reifen nur von stein zu stein springen und kaum halt haben. Jedesmal scheint ein riesiger teil meiner energie und damit auch meiner geschwindigkeit sich im wahrsten sinne des wortes in luft aufzulösen.

Ich wußte ja, daß die straße alt ist und daß sie geplastert ist. Aber das sie so alt und bucklig ist, hatte ich irgendwie nicht mehr in erinnerung. Sie scheint wohl dochnoch aus der zeit der zisterzienser zu stammen, die die region vor 700 jahren besiedelten, oder etwa nicht? Dann kommt ein kurzes stück, wo die straße nur noch geschottert, vielleicht eher gekieselt, ist. Aber auch hier läuft es nicht wesentlich besser. Immer wieder liegen einzelne größere steine im weg und so habe ich etwas angst um meine reifen und felgen.

So schaukel und stucker ich kilometer um kilometer weiter, immer tiefer in den wald hinein und habe kaum zeit, mich an der schönheit der natur zu erfrischen. Stattdessen halte ich mal den lenker krampfhaft mit beiden händen fest und hoffe, daß mir die finger nicht abfallen. Oder ich lasse den lenker einfach etwas lockerer, muß dann aber mit ansehen, wie das bike sich einen weg sucht, den ich nur bedingt beeinflussen kann. Ein mounty wäre hier vielleicht doch die bessere wahl?

Aber mein „do-what-you-want“-Bike führt mich dann doch wieder hinaus aus dem wald und direkt am amtssee komme ich wieder auf asphalt. Der entspannte blick auf das kloster entschädigt für all das geschaukel und geschuckel und ich bin froh, hier wohnen zu dürfen und die schönheit der märkischen lande jeden tag zu genießen. Und so rolle ich die letzten kilometer entspannt nach hause.

Steigung Bad Freienwalde

Die erste herausforderung des tages ist die breite straße in eberswalde. Eine von allen geliebte und gehaßte steigung, die wie eine wand vor einem zu stehen scheint. Aber hier ist alles eindeutig, ich weiß wie lang die steigung ist und auch wie hoch es hinaus geht und so kann ich es mir leisten, mit einem hohen anfangstempo in den berg zu gehen. Mit konstant 25 km/h stemme ich mich der gravitation entgegen und ziehe dies auch locker bis zur ampel durch. Hier ist mal wieder alles rot und ich muß stoppen.

Nach der ampel ist die steigung aber eigentlich auch vorbei, denn es geht wesentlich flacher weiter bis hinaus aus dem ort. Zum ersten mal am heutigen Tag habe ich das barnimplateau erreicht. Wobei der begriff plateau suggeriert, daß es hier eben ist. Aber nichts dergleichen, es geht immer wieder kleine steigungen hoch und auch wieder kurze abfahrten hinunter. Die letzte dieser kleinen auffahrten kommt hinter hohenfinow und dann geht es in die lange abfahrt nach falkenberg hinab.

Falkenberg ist einer dieser faszinierenden orte, die obwohl sie schon am nordöstlichen rand der mark brandenburg liegen, eher den charakter einer kleinen mittelgebirgssiedlung haben. Die abfahrt ist so schnell, daß ich mit dem SSP nicht mehr mittreten kann und die kurve am fuße des berges so scharf, daß ich bremsen muß.

In falkenberg sehe ich auch plötzlich einen möglichen mitstreiter im kampf gegen den asphalt vor mir. Ich erhöhe die frequenz und damit auch die geschwindigkeit. Kann ihn aber erst erreichen, als es leicht bergan geht. Ein kurzer gruß und dann ziehen wir gemeinsam richtung bad freienwalde durch den ort. Der kollege schlägt sich wacker und erhöht kurz darauf das tempo und überholt mich. Ich muß jetzt verdammt schnell treten und komme mal wieder an den punkt, wo ich überlege, vielleicht dochnoch die übersetzung am il.pompino zu ändern. Mit 39:17 bin ich jetzt bestimmt schon bei 130 umdrehungen, da wir mit mehr als 35 über die landstraße nach osten düsen.

Doch schon in bad freienwalde verläßt mich der kamerad wieder, nicht ohne mich nach meiner verlorenen schaltung zu fragen 😉 Aber es ist vielleicht auch gut, daß ich ab hier alleine fahre, denn die aufgabe des tages liegt noch vor mir. Die legendäre steigung aus dem oderbruch hinauf auf das barnimplateau ist heute mein ziel. Ich will es wissen, was ich so drauf habe, will wissen, ob es überhaupt sinnvoll ist, mit dem singlespeed in die „berge“ zu fahren.

Die Steigung von Bad Freienwalde ist wahrscheinlich der bekannteste anstieg im nordosten brandenburgs und ist auch in diversen foren thema.

Im gegensatz zur breiten straße in eberswalde ist alles anders, die steigung steht nicht wie eine wand vor mir, sondern schleicht sich an und nur die tatsache, daß ich weiß, daß sie sooo lang ist, läßt mich vor ehrfurcht erzittern. Es geht los an der bahnbrücke über die bahnlinie nach frankfurt/oder, dann noch ein kurzer stop an der nächsten ampel und dann vorwärts. Zunächst noch im sitzen und mit 23 km/h drücke ich mich aufwärts.

Aber schon bald reicht die kraft dazu nicht mehr und ich muß in den wiegetritt gehen, der speed sinkt auf nur noch 17 km/h, doch ich stampfe gleichmäßig nach oben. Ein ende ist nicht in sicht, aber dafür spüre ich, wie sich zunächst die unterschenkel verkrampfen. Aber egal, ich will nach oben. Und verzagen gilt nicht, denn schließlich sind wir doch helden! Am straßenrand stehen sogar ein paar zuschauer, die mir zujubeln. Ach nein, die ignorieren mich einfach, war wohl nur eine illusion, ein traum von vergangenem oder zukünftigem ruhm?

Dann ist endlich das erste steilstück überwunden und es geht relativ flach weiter, vielleicht sogar etwas bergab? Der speed steigt auf 25 km/h und ich kann sogar die waden etwas entkrampfen. Ich überlege jetzt, ob es das schon gewesen sein soll, weiß aber natürlich auch, daß ich erst ungefähr die hälfte der strecke überwunden habe.

Gleichmäßig ziehe ich jetzt meine bahn. Ich kenne weder ein ende noch einen anfang, schwimme einfach so den berg hinauf und es läuft. Mir bleibt sogar zeit, die häuser anzuschauen, die sich auf der linken straßenseite erheben. Große häuser, die mich sehr an kasernen erinnern. Wer weiß, vielleicht stehen ja hinter der ecke noch die jungs vom alten fritz?

Dann kippt die straße nach vorne und es geht nochmal richtig bergab. Das bike beginnt zu fliegen und meine trittfrequenz erreicht vergessen geglaubte höhen. Aber der letzte hammer kommt dafür mit aller kraft geflogen, denn der kleine bergabausflug endet plötzlich und geht in den ultimativen schlußanstieg über. Noch einmal knapp 1000 Meter richtig bergauf. Hier steht sogar ein schild, daß mit 5 prozent setigung droht. 5? Da lache ich doch nur und trete kräftig rein.

Aber alles treten und kurbeln hilft nichts, der speed sinkt fatal. Die 16 km/h, die jetzt anliegen kommen mir vor,als würde ich stehen! Doch das ende ist zum glück schon zu sehen. Oben tut sich ein lichtfleck auf und saugt mich magisch an. Mit jedem meter wird das ende dieser qual greifbarer, ich spüre wie sich das rettende plateau mir entgegen schiebt.

Ich trete noch einmal voller kraft im wiegetritt in die pedalen und ja, ich erreiche den gipfel und bin oben! Aber ich muß auch fast ..tzen, so sehr habe ich reingetreten.

Jetzt verlasse ich auch den schützenden hort der blechlavine, die mich bis hierher begleitete und mir einen letzten hauch von zivilisation suggerierte. Ich begebe mich in das leere zentrum des nördlichen barnims. Die orte kommen immer seltener und sie wirken auch immer ausgestorbener. Nicht einmal ein verdammter dorfköter bellt mir hinterher. Ich passiere den gamensee und denke, die welt ist zu ende. Nach einer rechtskurve erhebt sich nur noch eine wand aus beton vor meinen augen.

Geschwächt durch die strapazen der bisherigen tour, quäle ich mich aber auch hier hinauf und fahre weiter durch das grenzland zwischen MOL und BAR. Die gegend scheint wie ausgestorben da zu liegen, sogar die alleen versprühen nur noch wenig vom charme vergangener glorreicher jahre.

In gersdorf finde ich ein kleines verwunschenes schloß, daß mich nach einer prinzessin ausschauen läßt. Aber nichts da und ich muß auch weiter, ich spüre wie die kälte des heraufziehenden abends in meine knochen kriecht und meine bewegungen verlangsamt. Die straßen zwischen den wenigen orten sind menschenleer und ziehen sich schnurstracks durch die landschaft.

Aber der weg ist noch so weit …

Epic after work ride

Senftenhütte ist einer von diesen magischen Orten, bei denen viele nicht einmal ihren namen kennen oder ihn aussprechen können, geschweige denn wissen, wo er sich befindet.

Es ist einer dieser sagenumwobenen orte, die tief im wald versteckt liegen und gut sind für kleine und große märchen. Und das, obwohl senftenhütte doch eigentlich so zentral liegt, irgendwo in der mitte zwischen Chorin, Groß und Klein Ziehten, Golzow und Britz. Aber doch liegt der ort so versteckt, daß man(n) nicht einmal irgendwen kennt, der in diesem traumhaften ort wohnt.

Ich kannte Senftenhütte schon längere zeit und wußte um die magie, die diesen ort umgibt. Es führen nur wenige straßen dorthin, aber viele wege. So war es mal wieder ein ziel, daß es galt zu erkunden und unter die diesmal überaus glatten reifen zu nehmen. Alles begann an einem sehr schönen sonnigen Mittwochnachmittag, als der entschluß reifte, den zeitpunkt der heimkehr nach erledigtem Tagwerk noch etwas hinauszuzögern und auf dem kleinen il.pompino.

Ich wandte mich zunächst nach norden, fuhr auf der B2 durch Eberswalde hindurch nach Sandkrug, wo ich nach links abbog. Ab hier ging es hinein in den wald auf glattem asphalt, der einmal als teil des radwegs nach usedom gedacht war, jetzt aber zumindest den weg nach chorin bildet. Hinter den letzten häusern des ortes geht es leicht aber beständig bergauf. Dann hört asphalt auf und es geht entlang eines derzeit trockenen flußbettes und ich denke schon – verfahren?

Aber dann kommt der asphalt wieder und ich merke, daß es wohl an der verschobenen perspektive liegen muß. Auf meinem stollentier, mit dem ich im frühjahr hier unterwegs war, wirkte alles doch etwas anders.

Dann komme ich an den beginn der einzigen richtigen steigung. 8 Prozent stehen auf diesem verwunschenen schild und ich wähne mich im im mittelgebirge. 8 Prozent und das verdammt lange 300 meter. Ich stemme mich mit aller kraft in die pedalen und ziehe mit konstanten 25 km/h aufwärts. Meter um meter wird so vernichtet.

Aber das geht nicht lange so, die muskeln fühlen sich nach vielleicht 150 oder 200 metern leer und ausgelaugt an, dazu hämmert das herz und die lunge verlangt nach noch mehr sauerstoff. Und es hilft nichts, ich muß tempo rausnehmen, in den wiegetritt gehen und die letzten meter bis zur kuppe ruhig hochschaukeln.

Ab hier wird die fahrt wieder entspannter. Die steigungen sind gemächlicher und der asphalt rollt gut unter den rädern hindurch. Ich überquere noch einen eisernen weg, durchquere teile des ortes Chorin und gelange wieder in den Wald.

Nur langsam nähere ich mich dem magischen ort. Merke wie die wege leerer werden und unbenutzter wirken. Immer tiefer taste ich mich auf schmalen reifen in den wald hinein. Erwarte irgendjemanden, der mich zurück halten will von der entdeckung, der mich daran hindern will, den ort zu entweihen.

Aber nichts da, der wald endet und ich sehe häuser. Geblendet von der helligkeit halte ich für einen moment inne. Sehe die alte frau mit ihrem kleinen aber wilden wächter auf mich zukommen – werden sie mich stoppen wollen? Der kleine kläfft ganz doll und will mir in die wade beißen, mich vom esel reißen. Aber da, die alte hat gnade mit mir und ruft ihn zurück und ich darf den ort betreten.

Ich reite langsam ins zentrum, sehe die lieblichen gärten mit schmucken häusern darin. Und taste mich weiter ins zentrum. Ein mächtiger alter baum und der kirchturm zeigen mir den weg. Aber keine menschenseele auf der straße. Oder doch, da vorne zwei kleine mädchen, die mir freundlich entgegen sehen. Doch wasist das, die mädchen sind verschwunden, war es nur ein traum?

Und plötzlich fühle ich das es sich leichter reite, fast so, als ob jemand von hinten schieben würde. Wollen sie mich schon wieder loswerden, noch ehe ich ihren ort richtig gesehen habe? Ich versuche mich zu wehren, aber es hilft nichts und so werde ich nach Westen aus dem dorf geschoben. Sie ließen mich gewähren, ließen mich die schönheit ihres ortes genießen, aber mehr auch nicht.

Ich tauche wieder in wald ein, der mir jetzt aber bedrohlicher vorkommt. Und jetzt bin ich auf diesem weg, der eigentlich kein weg ist. Riesige wasserlachen versperren die fahrt und ich taste mich langsam voran, die angst sitzt mir jetzt in den gliedern, denn nach dieser abschiebung kann soviel passieren. Und dann ist der weg mit kindskopf großen steinen gepflastert. Ich habe angst, mein kleiner esel könnte schaden nehmen und werde noch langsamer, so langsam daß ich fast schon blumen plücken könnte, wenn welche da wären…

Aber schließlich kann ich diesen verwunschenen wald verlassen und sehe das licht wieder, fühle mich gerettet und kann in ruhe heim reiten.

summary: Kurze Tour durch den Norden des Barnims durch Sandkrug, Senftenhütte, Golzow und Buckow.

Sonnenfinsternis und Beneteau 25

Gestern war sie ja nun endlich da die sonnenfinsternis. Wobei ich ja noch glück hatte, denn zum einen war ich in berlin, wo die sonne zu immerhin 39 Prozent verdeckt war und nicht nur zu 36 wie bei mir zu hause. Zum anderen hatte ich auch glück, da ich wirklich etwas davon gesehen habe.

Allerdings nur wenig, denn die sonne schaute nur kurz zwischen den wolken hindurch und dann war die aufmerksamkeit auch wieder von der regatta gefangen. Nachdem ich am letzten WE ja schon einmal fremd gegangen war und zusammen mit schmidti in prenzlau einen glorreichen 1. Platz belegte, wollte ich diesmal auf einer beneteau 25 probieren, ob ich auch an anderen
bootsklassen spaß haben könnte.

Allerdings war der ringelnatz cup 2005 erst einmal die probe für die teilnahme am senatspreis am nächsten we. Witzig dabei, dass das training des ringelnatz cups am tag der deutschen einheit, die ursächliche regatta jedoch am tag der republik stattfindet! Tag der republik war ja schließlich der 7.Oktober.

Ringelnatz cup war für mich die erste wannsee-regatta im dickschiff und ich fand es erst einmal bemerkenswert, wie viele mit hightec ausgrüstete schiffe am start waren. Und dazu gab es noch eine reihe wirklich schöner klassiker. Insgesamt kamen ca. 70 schiffe zusammen, die jeweils in dreierteams aus einem verein antraten.

Da es wenig sinn macht, ganz schnelle und ganz langsame schiffe zusammen starten zu lassen, wurde das starterfeld bei yardstick 100 getrennt, die schnelleren starteten zuerst. Vor dem start mussten wir allerdings über ein stunde warten, weil kein wind war.

Der start selbst war ziemlich scheisse, da alle schiffe meinten, am schiff starten zu müssen. Und wenn die kleine beneteau dann in den windschatten eines dieser riesendampfer wie z.B. comfortina 42 geraten, ist erst mal schluß mit lustig, weil dann einfach alles steht. Gemein ist dabei auch noch, dass die dicken dinger auch einfach weitertreiben, obwohl sie gar keinen wind mehr haben und einfach stehen bleiben.

Aber egal, irgendwie haben wir uns dochnoch aus den fängen der riesenwindschatten gerettet und kreuzen im vorderen mittelfeld zur tonne eins und von da weiter zu einer der regattatonnen am nördlichen ende der großen breite.

Kurz vor der boje wird allerdings noch mal richtig gewürfelt, der wind weht kurzzeitig scheinbar nur für den 20er, der etwas in luv von uns war und schon ist er fast uneinholbar weg, geht weit vor uns rum.

Da geht der spi hoch, was trotz der größe (70 m²) relativ zügig geht. Eigentlich kaum langsamer als auf der fife. Und der spi fährt sich auch relativ einfach, zumindest bei dem wind. Ich wandel dadurch wieder auf alten pfaden, denn ich habe seit bestimmt zwehn jahren keinen spi mehr auf einer regatta gezogen und gefahren.

Irgendwie schaukeln wir auf die art über den kurs und trotz des wenigen windes relativ zügig. Ein viel langsameres schiff möchte ich bei solchem wind aber auch nicht fahren. Es geht runter und zurück auf den wannsee und noch mal hoch zur großen breite und der regattatonne 3. Die kreuz ist dabei wieder eher würfeln statt richtiges segeln, denn der wind ist mal hier und
mal da.

Nach der 3 geht wieder der spi hoch, oder nein – er geht nicht hoch, das spifall hat sich gelöst und so ist nur das fall oben. Scheiße, das war wohl mein fehler beim umschäkeln – schnappschäkeln muss ich wohl noch lernen.

Aber peter trägt es mit fassung und schlägt vor, alternativ das genuafall zu nehmen. Genua runter, umschäkeln, spi rauf und wir haben nur wenig oder nichts verloren. Und wir merken auch, dass das training bei der ersten runde gewirkt hat, die halsen werden besser, der spi fällt nicht ein und das schiff fährt.

Inzwischen sind schon über 3 h vergangen, dabei haben wir erst ungefähr die hälfte des kurses absolviert, oder etwa nicht? An der leetonne fahren alle irgendwelche komischen manöver – sieht fast aus wie zieldurchgang! Unser glück, denn so haben wir kein problem mehr mit dem spifall, wir können unter spi auch den angriff der DEGEWO-Beneteau abwehren und überholen sogar noch das italienische sportboat kurz vor dem ziel.

Jetzt bin ich nur gespannt, wie es nächste woche wird.

Mit The Brave im Roten Luch


Heute unternahm ich eine Tour von Fürstenwalde durchs Rote Luch und Waldsieversdorf, weiter nach Tiefensee und Eberswalde am Mischfutterwerk in Richtung Heimat.

Von einer Dienstreise nach Fürstenwald beschloß ich den Weg nicht mit dem Zug sondern mit dem Bike zurückzulegen. Ich wandte mich nach Norden auf der B168, dann weiter Richtung Hoppegarten. Vor dem Roten Luch komme ich in sehr tiefen Sand, dann folgen noch ca. 2 km offroad sehr langsam um die ehemalige NVA-Kaserne des Nachrichtenregiment 14 herum. An der Ostbahn treffe ich einen Triebwagen Reihe 624 in Richtung Kostrzyn. Ab Kreisel hinter Waldsieversdorf sehe ich einen anderen Biker vor mir und folge ihm bis Heckelberg, erreiche ihn aber nicht. Dadurch bin ich aber sehr schnell unterwegs und ab Eberswalde ziemlich platt. Für die gut 85 Kilometer habe ich übrigens gut 3h benötigt.

Weitere Bilder von der Tour habe ich hier eingestellt: Bilder vom 20.07.2004