Tot geglaubte …

… leben länger! Und so begleitet mich seit einigen Wochen auch wieder der Garmin Edge 205 auf dem Bike, der Anfang April zur Wasserleiche geworden schien.

Die ersten beiden Wochen nach seiner Waschung tat sich wenig bei ihm, aber nachdem er insgesamt 3 Wochen vor sich hindörrte, beschloß ich – Daten auslesen muß doch möglich sein! Daten kamen keine heraus, aber der Edge machte den Eindruck, als würde er laden.

Da ich ihn inzwischen aber auch durch ein anderes Gerät ersetzt hatte und sowieso wenig zum Biken kam, geriet der Edge etwas in Vergessenheit und konnte weiter trocknen. Und jetzt geht er einfach wieder und wären nicht die Wasserspuren innen am Display zu erkennen, würde man an seinen Fast-Ertrinkungs-Tod garnicht mehr erinnert werden.

Wasserleiche

Wie man die Grenzen eines elektronischen Gadgets ausreizen kann, mußte ich letzte Woche erfahren, als ich mein eigentlich wasserdichtes (oder doch nur wasserfestes) GPS-Dingsda Garmin Edge 205 versehentlich mitwusch und es so:


aus der Maschine kam.

Eine schlimme Vorahnung ließ schon zu dem Zeitpunkt erwarten, daß ich vor der Waschung das letzte Lebenssignal des Edge gehört haben würde. Eine Woche und eine ausgedehnte Trocknungsperiode später ist es Gewissheit. Der Edge ist tot.

Abgefahren

Der Winter ist inzwischen schon einige Wochen ins Land gezogen, hat sich aber erst jetzt durch immer tiefere Temperaturen richtig ins Bewußtsein gebracht. Für manch einen heißt Winter, hinter dem Ofen hocken und abwarten, da ich aber auch in dieser Jahreszeit weiter mit dem Bike unterwegs sein will und dabei weder auf Klickpedale noch (halbwegs) warme Füße verzichten möchte, mußte ich jetzt unbedingt meine Winterschuhe wieder in Betrieb nehmen.

So lange gedauert hat es, da ich eigentlich ein Paar neuere Schuhe kaufen wollte. Die Auswahl an Modellen ist nicht besonders groß, gleichzeitig scheinen aber auch die angebotenen niemanden wirklich zufrieden zu stellen und so beschloß ich in diesem Jahr dochnoch einmal auf die alten zu setzen. Sie sind zwar auch nicht richtig warm, aber zumindest wesentlich wärmer als meine Sommerschuhe, auch wenn diese mit Neopren-Überschuhen kombiniert werden.

Mein Problem mit den alten Schuhen war neben allgemeiner Alterung nur, daß die Cleats inzwischen sehr weit abgefahren waren, schon im letzten Winter war mir der etwas geringere Halt im Pedal und ein leicht schwammiges Fahrgefühl aufgefallen, ich hatte das Problem dann aber doch auf den nächsten Winter verschoben.

Ehe neue Cleats montiert werden können, müssen die alten allerdings erstmal abgebaut werden. Beim ersten Schuh war alles kein Problem. Obwohl die Cleats schon verdammt abgefahren waren und sogar die Schraubenköpfe Material verloren hatten, fand der Inbus genug Grip und ruckzug war das Cleat demontiert.

Beim Zweiten ging es allerdings alles andere als leicht. Schraube eins saß so fest, daß die Schraube innen schnell rund war und sich somit garnichts mehr tat. Da half nur noch der Versuch, die Schraube auszubohren.

Aber genau hier blieb es bei einem Versuch, denn nachdem der Kopf ab war, versank die Schraube plötzlich im Schuhinneren und nichts ging mehr. Was folgte waren mehrere Versuche mit anders geschliffenen Bohrern, verschiedenen kleinen Fräsern und auch durch Stützen der Schraube von hinten, weiter zu kommen. Aber auch dies alles führte zu nichts.

Zu Hilfe kam mir an dieser Stelle jedoch der zunehmende Auflösungszustand der Schuhe und die Tatsache, daß es noch ein ungenutztes Gewinde in der quer verlaufenden Rille des Schuhs gab, was ich unter dem Steg hindurch in die richtige Rille drücken konnte.

Ursache für die ganze Bastelei war der erbärmliche Zustand, den meine Cleats inzwischen aufwiesen. Links die alten abgefahrenen, rechts die relativ unbenutzten Wechselcleats. Es handelt sich hierbei um eigentlich identische Teile:



Nach der Bastelei steht das Cleat allerdings etwas über die abgelaufene Sohle hinaus und so wird wohl auch dieses schon bald ebenso abgelaufen sein, wie das alte.

Lichtwirkung

In dieser Woche hatte ich die Gelegenheit, die von mir vor einigen Wochen gekaufte Fahrradbatteriebeleuchtung in Form einer Sigma Power LED der aktuellen Generation in freier Wildbahn auf meinem Geländerrad zu testen. Testrevier war dazu die Kulturlandschaft im Stadtraum von Hannover, die im Vergleich zu der uns umgebenden Kulturlandschaft aber wohl eher als Parklandschaft zu bezeichnen ist.

Fazit dieses Tests ist, daß die Power LED prinzipiell als Frontlicht eines Geländerades funktioniert, bei verwinkeltem Geläuf und gleichzeitig schneller Fahrweise jedoch auch ihre Grenzen hat.

Insbesondere störte der doch recht schmale Lichtkegel. Bei verwinkelten Wegen wurde es schnell unübersichtlich und es mußte Fahrt herausgenommen werden. Die Lichtmenge ist dagegen im Bereich von 10-15° bei maximaler Lichtstärke vor dem Fahrrad als ausreichend zu bezeichnen. Für gelegentliche Nachtausflüge sind das dann gut angelegte 100,- EURO für das Set. Es gibt zwar hellere Lampen, diese sind dann aber auch wesentlich teurer.

Beim Fahren störte etwas, daß der Schalter auf der Lampe sitz und speziell mit Handschuhen ist er dann schwierig zu finden, wenn zwischen den einzelnen Modi umgeschaltet werden soll. Die Lampe verfügt über insgesamt 3 verschiedene Helligkeitsstufen, wobei der Unterschied zwischen den beiden helleren eher gering ist.

Die nächste zu testende Variante wird der Einsatz einer zusätzlichen Helmlampe sein. Diese sollte das "Um-die-Ecke-gucken" ermöglichen und gleichzeitig bei gemäßigter Fahrweise für einen Partner als Frontleuchte dienen.

Racing Ralph Cross

Schwalbe-Reifen werden von den meisten deutschen Fahrradzeitschriften in sehr hohen Tönen gelobt. Die Einen lieben den Marathon für seine Langlebigkeit, andere wollen es lieber schnell. Und so kann die Suche nach einem schnellen Cross-Reifen am Racing Ralph Cross kaum vorbei führen.

Eine Weile konnte ich Schwalbe jedoch überhaupt nicht mehr leiden. Schuld daran war ein überaus schlecht verarbeiteter Black Shark, bei dem das Profil komplett aus der Mitte rutschte und dann Schwalbes Fertigungsphilosophie – Globalisierung Total – das heißt Entwicklung hier und Fertigung überall auf der Welt.

Zu der Zeit schwenkte ich zu Continental, die auch immer gute Fahrradreifen machten und diese dazu auch noch in goog old germany herstellten. Nachdem aber auch Continental auf den Globalisierungszug aufsprang und meinte, profitable Projekte in Deutschland zu stoppen, um sie irgendwo anders hin zu verlagern, um noch mehr Profit zu machen und ich zudem mit den zuletzt gekauften Reifen (Conti SportContact auf dem il.pompino und Conti Explorer auf dem Kona Cinder Cone) wegen häufiger Platten überhaupt nicht mehr zufrieden bin, war ich bezüglich meiner Reifenwahl etwas ratlos.

Fürs MTB fand ich den in Finnland gefertigten NOKIAN NBX Lite, der bei unseren Bedingungen unheimlich gut lief, auch wenn er in den Magazinen teilweise schlecht weg kam. Für einen Crosser oder Trekking-Bike fand ich bei Nokian aber nichts und auch die anderen gebräuchlichen Cross-Reifen gefielen mir nicht so richtig.

So kam ich schließlich doch wieder einmal zu Schwalbe. Durch ein kleines Tauschgeschäft mit dem Isländer bin ich vor einiger Zeit schon zu einem Racing Ralph in 26″ gekommen, der bei trockenen Bedingungen und am Hinterrad hervorragende Arbeit leistete und so kam schließlich auch für den Crosser ein Racing Ralph als Wunschmodell heraus.

Das Profil sieht wie eine maßstäbliche Verkleinerung des MTB-Reifens aus und verspricht auch hier beste Performance bei Sand. Und gut ist auch das Gewicht von ca. 320 Gramm pro Reifen.

Was jedoch auffiel – die Reifen sind wesentlich leichter als die Maßangabe im Katalog (ca. 340g sollten es sein) und beide Reifen haben auch noch verschiedene Gewichte. O.K. es sind nur 8 Gramm, aber immerhin. Und noch etwas, das vor allem die Globalisierungsfreunde interessieren wird: die Reifen wurden in Indonesien hergestellt.

Das kommt davon …

… wenn man ein normales Felgenband unter einen Hochdruckreifen montiert. Die Einbeulung führte dazu, daß einmal sogar der Schlauch platzte, weil auch er keinen Bock auf die Beule hatte.

Irritierend ist für mich aber, daß bei den Rädern, an denen ich früher Tesafilm statt Felgenband benutzte, nie etwas derartiges passierte, obwohl in den Magazinen immer gesagt wurde – TESA taugt dafür nicht! So schlecht war es also anscheinend doch nicht und alles nur eine Marketingfrage?